Wohin mit dem Gold?
 GOLD UND ANDERE WERTSACHEN

Wohin mit dem Gold?
Ins Schließfach bei der Bank, in den Tresor zuhause oder in ein geheimes Versteck? Wo sind Edelmetalle und andere Wertgegenstände am besten vor Einbruchdiebstahl und Raub geschützt? Das lässt sich angesichts des spektakulären Bankeinbruchs in Gelsenkirchen nicht verlässlich beantworten.
Letztlich hängt die Entscheidung für den richtigen Aufbewahrungsort von der eigenen, individuellen Risikoeinschätzung ab. Und für den einen oder die andere sicher auch von den damit verbundenen Kosten. Für alle jedoch gilt: Eine Investition in so genannte physische Kapitalanlagen wie Gold sollte in eine durchdachte Gesamtstrategie und in einen ausreichenden Versicherungsschutz eingebettet sein.
Nicht alle Eier in ein Nest legen!
… umschreibt einen bewährten Grundsatz der Vermögensplanung: die Risikostreuung. Gold kann dazu (s)einen Teil beitragen, sollte aber nicht die einzige Kapitalanlage sein. Gold bringt keine Zinsen oder Dividenden, sein Preis kann schwanken und ist zudem an den US-Dollar gebunden. Langfristig aber gilt Gold als recht stabil und krisensicher. Und bei einem Verkauf – zum richtigen Zeitpunkt – lassen sich durchaus gute Gewinne erzielen.
Auch hinsichtlich der Lagerung von Gold und anderen Wertgegenständen muss man nicht „alle Eier in ein Nest legen“. Bei der Aufbewahrung zuhause (ohne Tresor) reduziert sich das Verlustrisiko durch Diebstahl schon allein durch eine Aufteilung auf verschiedene Verstecke. Und vom Bankschließfach könnte ein Teil des Schatzes in den heimischen Safe wandern. Oder umgekehrt.

Clevere Verstecke zuhause
… werden hier nicht verraten. Dann wären sie über kurz oder lang nicht mehr geheim und damit wertlos. So wenig wie das Geldbündel in der Keksdose, die Goldmünzen hinterm Bilderrahmen oder der Perlenschmuck in der Sockenschublade. Derartige Verstecke kennen wir aus unzähligen Filmen, die werden als erstes abgesucht. Keine gute Idee also. Wirklich gute Ideen findet man, indem man sich in die Situation des unerwünschten Gastes hineinversetzt:
Diebe haben es eilig
und suchen schnell alles ab, was leicht zu öffnen, umzudrehen, hochzuheben und zu verschieben ist.
Diebe wollen nicht gesehen werden
und meiden auf der Suche nach Wertsachen gut einsehbare Stellen wie die Nähe eines Fensters oder den Schuppen vorne im Garten.
Diebe wollen nicht gehört werden
und hüten sich, schwere Gegenstände zu verrücken oder mit lautem Werkzeug zu hantieren.
Was also wären gute Verstecke für Gold, Silber & Co im Haus oder auch im Garten? Verstecke, nach denen man lange suchen muss, die nicht in dunklen Ecken liegen und deren Aufdeckung mit Lautstärke verbunden ist. Zudem sollten sich Verstecke nicht selbst „verraten“ können, wie eine schwere (weil mit Goldstücken befüllte) Streichholzschachtel etwa.
Hausratversicherung checken
Wenn nun aber die versteckten Schätze trotz allem entdeckt und gestohlen werden? Wertsachen und Edelmetalle sind in den meisten Hausratversicherungen mitversichert. Letztere allerdings meist nur bis zu einem bestimmten maximalen Wert. Deswegen unbedingt checken beziehungsweise prüfen lassen, ob ein Verlust voll gedeckt wäre oder ob die Deckungssumme angepasst werden sollte!
Bestandsliste und Wertnachweise
Empfehlenswert ist zudem, eine Bestandsliste nebst Kaufbelegen und Fotos anzulegen. So hat man erstens selbst einen Überblick darüber, was sich wo befindet, und zweitens im Schadenfall die erforderlichen Nachweise für die Versicherung. Selbstverständlich braucht auch die Liste selbst ein cleveres Versteck!

Der eigene Tresor im Haus
… ist meist schwer zu knacken, signalisiert aber auch, dass es hier was zu holen gibt. Deswegen Tresorschlüssel beziehungsweise Zahlenkombination gut verstecken! Die abschließbare Schreibtischschublade eignet sich nicht dafür, Profis brechen sie im Handumdrehen auf. Wie man auf gute Ideen für ein Versteck kommt, haben wir oben gezeigt. Vielleicht lässt sich zudem der Tresor selbst pfiffig tarnen.
Der Tresor in der Hausratversicherung
Wertsachen im Tresor sind natürlich besser, sprich: höher, versichert als außerhalb verwahrte. Trotzdem ist es gut, auch hier genau zu prüfen, ob die bislang vereinbarte Versicherungssumme ausreicht!
Tresor ist zudem nicht gleich Tresor! Darauf verweisen die Hausratversicherungen, die übrigens von Wertschutzschrank sprechen. Sie erkennen generell nur Tresore an, die durch qualifizierte Prüfstellen anerkannt sind. Es lohnt sich, dazu genaue Informationen einzuholen. Außerdem muss ein freistehender Tresor mindestens 200 Kilogramm schwer und ein leichterer fachmännisch in der Wand oder im Boden fest verankert sein.
Bestandsliste und Wertnachweise
sind auch bei der Aufbewahrung im Wertschutzschrank ein Muss.

Das Schließfach bei der Bank
… ist immer noch ein weitgehend sicherer Ort. Weitgehend. Bankeinbrüche kommen nicht alle Tage vor, aber sie kommen vor.
Zwar beinhaltet der Schließfachvertrag bei der Bank und Sparkasse immer auch eine bestimmte Versicherungssumme. Stimmt die jedoch nicht mit dem Wert der eingelagerten Wertsachen überein, bekommt man nicht die volle, sondern eben nur die versicherte Summe ersetzt. Bei vielen Banken und Sparkassen lässt sich aber durchaus eine höhere Absicherung gegen Aufpreis abschließen.
Übersteigen die eingelagerten Werte deren maximal angebotene Versicherungssumme, kann die eigene Hausratversicherung hinzukommen. So sind in vielen Policen heute „Wertgegenstände in Bankgewahrsam“ als subsidärer Versicherungsschutz integriert. Subsidiär bedeutet, dass die Hausratversicherung die vereinbarte Leistung erst nach Inanspruchnahme der Schließfachversicherung der Bank beziehungsweise Sparkasse erbringt, sprich: deren Leistung aufstockt. Ist auch die in der Hausratversicherung vereinbarte Leistungshöhe nicht ausreichend, sollte man sie entsprechend anpassen.
Bestandsliste und Wertnachweise
sind natürlich auch bei der Aufbewahrung von Wertsachen im Bankschließfach unerlässlich!
Und wenn der Goldwert steigt?
Dann gibt es einen Grund zur Freude – und zu einem neuerlichen Versicherungscheck.
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